Mit dem ACB unterwegs…

Eine Auswahl von Bilder von diesem Tag sind in der Bildergalerie 2009 zu finden.

Cotswolds Airshow in Kemble
Freitag 19. Juni 09, die Luft ist unangenehm und warm am frühen Morgen. Da trifft sich eine reiselustige Gruppe des Aviatic Clubs Basel erwartungsfroh am Flughafen Basel. Dank der hier kurzen Wege ist das Gepäck schnell abgegeben und ein Platz im A319 nach Gatwick eingenommen. Die Auslastung des Fluges ist trotz der schwierigen Zeiten erstaunlich gut. Bei einem ruhigen Flug reissen an der Kanalküste die Wolken auf und via Hastings beginnt der direkte Anflug nach dem London-Gatwick Airport. Auf einem längeren Fuss- und Rollbodenmarsch, vorbei an interessanten Flugzeugen wie neue A320 von easyjet(graue Farben), die gute alte Monarch Air etc. bringt uns zum Gepäck. Der ganz neue Mietwagen ist grösser als bestellt, hat aber ein paar unangenehme Eigenschaften wie die Autos der 50er Jahre.

Der erste Halt erfolgt bald am an der Strecke liegenden Flughafen Heathrow. Bereits stehen etwa 20 Spotter auf der bekannten Fan-Wiese im Anflug. Und wieder einmal beginnt das englische Roulette. Kommt das Flugzeug nun bei Sonnenschein oder schiebt sich im „richtigen“ Moment ein Wölkchen davor. Wir schiessen aber doch einige Bilder bevor es ums Flughafengelände weiter geht, westwärts in eine Region in die von Flugplätzen übersät ist. Bei Swindon nach rechts via Fairford AB nach Brize Norton AB wäre unser nächstes Ziel gelegen. Ein fliegender Wegweiser in Form einer C-130 zog uns kurzfristig nach links an ex RAF Wroughton vorbei nach RAF Lyneham wohin ausserdem noch div. Helikopter strebten. Dort am Spotterplatz angekommen, bewegt sich dann aviatisch nichts mehr. Nach einiger Wartezeit nähert sich über der Pistenachse von Süden her ein Jet mit einer etwas undefinierbaren Silouette. Was sollte das denn komisches sein? Auf unserer Position angekommen, stellt es sich als Flugzeugträger-Jagdflugzeug De Havilland Sea Vixen der Royal Navy heraus. Es ist die weltweit einzige Maschine dieses Typs die noch fliegt! Sagenhaft aber leider zu hoch für ein Bild. Die Flugbahn verfolgend erkannten wir dass sein Ziel Kemble Airfield sein musste. Somit bestand die Hoffnung auf unser Reiseziel, die Cotswolds Airshow auf der ex RAF Base Kemble. Also denn eben weiter hinein in die schöne Region der Cotswolds an ex RAF Lower Stanton und Kemble vorbei. Auf Kembles Schrottplatz stehen alte Airbusse von Air India, B-767 ex Seychellen, B-747 MK Airlines, A320 von Clickair und div. weisse Avro-146. Etwas ausserhalb des Platzes befindet sich die Quelle des bekannten Flusses Themse. Ueber die alte, schon von den Römern benutzte Strasse, ist unser Hotel im Schloss von Bibury (gebaut 1633) am River Coln dann auch bald erreicht. Ihre Durchlauchtheiten bezogen etwas geschlaucht die ACB Sommerresidenz und beendeten den Tag mit gutem Essen und in gemütlicher Runde im Kaminzimmer.

Regio Tour
Der Samstagmorgen ist idyllisch ruhig und das Wetter britisch (von allem etwas). Der einzige Lärm kommt vom Flüsschen das die Gartenanlage begrenzt. Hier macht ein Schwan Flugversuche auf dem Wasser. Nach ausgiebigem Frühstück folgt ein Spaziergang durch die Bilderbuch-Landschaft, über Weiden und das malerische kleine Dorf. Danach eine Fahrt über enge, nervenkitzelnde „Miss Marple“ Strassen nach Burford mit seiner sehr markanten Hauptstrasse. Während am bewölkten Himmel eine Vickers VC-10 von Brize Norton her vorüber zieht, rollen wir vorbei an ex RAF Rissington nach Burton-on-the-Water dem „Venedig“ der Cotswolds. Eine Furt und die vielen schmalen kleinen Brücken ohne Geländer (das wäre eine Gelegeheit gewesen…) über die Flussarme verbinden die von Bäumen gesäumten Ufer. Auch die typischen alten Häuser ringsum sind sehenswert. Reich befrachtet mit neuen Eindrücken erreichen wir unser Castle wieder, wo James die Karte mit den herrlichen Leckereien des Dinners in die Bar bringt.

Zurück in die 50er Jahre
Sonnenschein um 7 Uhr früh zieht uns zum herrlichen Frühstück am Schlossgarten. In wenigen Minuten und fast ohne Staus ist der Flugplatz erreicht. Vom Eingangstor zur Ausstellung weg umgibt einem ein Hauch der 50er Jahre. Blick nach rechts: viele Hawker Hunter, English Electric Canberra und Blackburn Buccaneer. Blick nach links: viele Hawker Hunter Tr., De Havilland Vampire / Vampire Trainer, D.H. Venom, BAC Strikemaster und Folland Gnat. Weiter an vielen Oldtimerfahrzeugen der Armee (D-Day) vorbei gelangt man zu einem Vickers VC-10 Tankflugzeug. Dahinter als Ueberraschung eine alte Bekannte! In gutem Zustand präsentiert sich eine unserer alten Alouette 2 (V-54) noch immer in den Farben der damaligen Schweizer Flugwaffe.

Auf der Flightline aufgereiht stehen D.H. Venoms, North American F-86A, Gloster Meteor, BAC Jet Provost und Strikemaster. Auch unsere erwartete D.H. Sea Vixen steht tatsächlich da, umgeben von Douglas Dakota, Hawker Hurricane und Supermarine Spitfire. Als Vertreter modernerer Generationen sind zwei BAe Hawk mit Sonderbemalung und der modernste Typhoon der RAF. Etwas weiter weg steht eine Bristol Britannia in RAF Transport Command Farben und weitere Demo-Maschinen. Es ist herrlich wieder mal ein Flugtag ohne dass es von F-16 wimmelt. Wobei eine schon da ist, aber die ist aufblasbar im Masstab 1:1 von Gulf Oil.

Fliegerisch bestritten den Vormittag traditionell kleinere Typen wie div. Jak’s, De Havillands und 2 Boeing Stearman. Auf deren oberen Flügel standen für den Flug die Ladys Stella und Danielle, die scheinbar etwas mehr frische Luft benötigten. Winkten diese mir so fröhlich zu? Sicherheitshalber winkte ich nicht zurück, denn ich bevorzuge das Fliegen in der Kabine! Bald war Mittagspause und Gelegenheit die Angebote der vielen Bücher- und Futterstände zu geniessen.

Frisch gestärkt sind wir in Position für das Hauptprogramm. Officer Mat Barker zeigt auf der BAe Hawk eine schöne Solovorstellung. Ihm folgen eine Super King Air der RAF und die Hunting Pembroke in gleichen Farben. Zwischendurch landet eine A320 ex Srilankan Airlines welche hiermit ihren Dienst beendet und zum Abbruch bestimmt ist. Ihr folgt eine Hawker Hurricane, ehemals vom Abbruch und wieder zum Fliegen bestimmt!

Der Typhoonpilot besteigt seine Maschine, Kontrolle und bald dreht das erste Triebwerk. Das Zweite beginnt zu drehen, es tönt dann aber sehr komisch. Fast wie F… oder newstauglicher gesagt, es hatte etwas Asthma im Auspuff. Mehrmalige Versuche erbrachten nichts Besseres. Ringsum sassen schon die Piloten in den Oldtimer-Jets und verfolgten interessiert wie jetzt die Bodencrew mit Messgeräten und Schlepptop anrückte. Also Programm-Aenderung und die Oldies kommen zum Einsatz. Die Jungs drücken auf die Knöpfe, Startpatronen und -Agregate heulen auf und Meteor, Venoms und Hunter rollen genüsslich vor dem daumendrehenden Eurofighter- Piloten durch zur Piste und heben ab.

Nebst Wolken füllt sich der Himmel mit der Musik von D.H. Goblin und Rolls Royce Avon Triebwerken. Bald stösst dazu die Gloster Meteor NF11 und das Publikum spendet spontan Applaus für die gezeigte Leistung des Piloten. Zur Abwechslung dann Kolbenmotorsound mit zwei Supermarine Spitfire und Douglas Dakota der BBMF gefolgt von weiteren Jets wie Vampire, Gnat etc..

Mittlerweile hat die Bodenmanschaft des Eurofighters das Kopfkratzen und den Schlepptop-Betrieb eingestellt. Gespannt beginnt der Pilot das Startprozedere. Und siehe da, die Kiste läuft, als wäre nie etwas gewesen. Demonstrativer Applaus aus dem Cockpit an die Bodenmanschaft und alle Deckel werden geschlossen. Nun folgt eine Flugvorführung welche das lange Warten lohnte (auch die Treibstoff-Lieferanten wird’s gefreut haben).

Gemächlicher sind danach die BAC Jet Provost und Strikemaster. Etwas Erinnerung an die John Wayne Filme taucht auf, als der Pilot der North American F-86A in den G-Anzug steigt und den Fallschirm umhängt, ins Cockpit klettert und mit einer dunklen Abgasfahne in den Himmel entschwindet.

Fast gleichzeitig erwacht die D.H. Sea Vixen zum Leben. Die 21t schwere Maschine trägt die orginalen Farben der Royal Navy als sie ab 1959 auf der HMS Eagle in Dienst war. Bei hervorragendem Zustand erfolgen die letzten Kontrollen durch den Testpiloten. So werden auch die Tragflächen des Trägerflugzeugs zusammen geklappt und der Landehaken ausgefahren. Alles i.O., Start und die beiden Rolls Royce Avon schieben den Jäger himmelwärts, wo eine eindrückliche Demo folgt.

She’s back !
Lang wurde spekuliert, ist es möglich oder nicht? Viel könnte dazwischen kommen. Auch das Wetter ist ein grosser Unsicherheitsfaktor, aber es gelingt. Der Platzsprecher bereitet das Publikum darauf vor, was sich am Horizont gegen Swindon hin abzeichnet. Die Silouette der lang vermissten Avro Vulcan! Als der alte V-Bomber dann heran rauscht, stehen alle Leute auf, als würde die Queen vorfahren. £ 7,5.- Mio. Spendengelder und enorm viele Arbeitsstunden haben diesen Anblick des gigantischen fliegenden Dreiecks aus den 50ern möglich gemacht. Bekannt sind seine 6 Falkland-Einsätze von den Ascension Islands nach Port Stanley über 8000 Nautische Meilen, wobei pro Flug rund 1 Mio. Liter Treibstoff verbraucht wurde. Es waren die längsten Missionen der britischen Geschichte. Schöne Ueberflüge mit dem Sound der vier Bristol Olympus Triebwerke lassen den Magen mitvibrieren. Die XH558 kurvt heute nicht mehr so extrem eng wie zu der Zeit, als der Staat noch den Unterhalt bezahlte. Dafür steht dem Flugzeug entsprechend auch keine Geld-Sammelbüchse, sondern ein Sammelfass auf dem Platz! Mit dem schönen Bild dieses Riesen und den Olympus in den Ohren, zogen wir uns zufrieden ins Schloss zurück.

Einen letzten schönen Abend geniessen wir in gemütlicher Atmosphäre am Kamin. Auch das Schlossgespenst gibt Ruhe bis zur letzten Sekunde in dieser einmaligen Umgebung.

Herzlichen Dank an dieser Stelle allen Reiseteilnehmern für die Beteiligung an dieser Tour. An Werner Gratulation zur bestandenen Schnellausbildung auf den Strassen von Miss Marple.

Merci und bis bald wieder on Tour.

Euer Reiseleiter Jürg

Bilder der Vereinsreise nach Norwegen befinden sich in der Bildergalerie 2009.

Hej Oslo

Die Frage ob eine Reise in den teuren Norden überhaupt zahlbar war, löste sich nach einigen Tagen der Suche im Netz. Dank Preisen der Nebensaison und diversen Nachfragen entwickelte sich der Ausflug zur Airshow (100 Jahre No. Aviatic) auf der Rygge AFB bei Oslo. Am Kurzbesuch hatte niemand Interesse, zur langen Variante fanden sich schnell die Reiselustigen.

Früh am 21. August 09 erreichten wir durch Cpt. Berger im vollen easyJet A319 das Etappenziel den Flughafen Berlin Schönefeld. Hier das Frühstücksbuffet geniessend, sehen wir auf dem Platz u.a. von Germanwings den Berliner Bär heranrollen. Leider ging die Terrasse erst um zehn auf. Also dann eben ein Sicherheitsbild durch die Scheibe und weiter mit den Schlemmereien. Bald nachher wieder einchecken zum Weiterflug und auf den richtigen Ausgang achten. Denn innert 5 Min. ging ein Flug nach Oslo Rygge und unserer nach Oslo Gardermoen. Dem pünktlichen Abflug mit dem Norwegian Air Shuttle B-737-300 folgte das Eintauchen in eine kompakte Wolkendecke auf Kurs Nord. Später weckte mich eine Lautsprecherstimme aus dem Nachholschlaf. Vor den Fenstern ist nun eine grüne Landschaft mit vielen in der Sonne blinkenden Wasserflächen. Kurz darauf setzen wir nach rund 1500 km Weg zwischen vielen Bäumen auf dem Osloer Flughafen Gardermoen auf.

Schnell ist man durch das sehr schöne Flughafen-Gebäude durch und der Airport-Express von NSB bringt uns in Rekordzeit auf der Schiene durch ungewohnte Landschaften nach Oslo. Das Hotel im Stadtzentrum an der Tolbugata überrascht mit Grünanlage und schranklosen Zimmern, aber das scheint hier normal zu sein.

Das Stadtzentrum ist sehr gut zu Fuss erkundbar, verfügt aber auch über ein sehr gut ausgebautes Netz von Tram, Bus, U- und S-Bahnen. Auch ist die Stadt sehr sauber und nicht verdreckt wie Schweizer Ortschaften. Auf der ersten Erkundungstour via Radhusplassen, Aker Brygge und Sentrum informieren wir uns über die Restaurants. Viele schöne Essmöglichkeiten sind da. Wir wollten die Restaurants aber nicht kaufen sondern nur dort Essen! Ja der Norden ist wirklich teuer und trotzdem sind die Häuser gut ausgelastet. Wie machen die das?

Samstagfrüh geht’s südwärts durch typisch nordische Landschaft in der Sonne dem Bunnefjord entlang. Im Wald bei Tusenfryd erkennt man zwischen den Tannen einen herrlich gelegenen Vergnügungspark mit jeder Menge an Achterbahnen. Dann wieder ein längerer Tunnel und nach Moss kommt endlich das langersehnte Schild „Airshow“ in Sicht. Der nun langen Wagenkolonne folgend, werden wir um ein Bauernhaus herum auf ein Feld zum Parken geleitet. Dies ist gratis, wird in der norwegischen Sprache gleich wie bei uns geschrieben, aber sehr selten gebraucht. Am Eingang zur Luftwaffenbasis Rygge der Royal Norwegian Air Force heisst es wieder mal tief Luft holen. Es wurde ein bescheidener Eintritt von 300 Kronen (Fr.60.-) verlangt. Das Programm zu 50 Kronen war vergleichsweise preiswert.

Nach allen Hürden standen wir vor den Hangars. Es wimmelte bereits von Besuchern. Die ausgestellten Flugzeuge waren teilweise sogar ohne Absperrung hingestellt wie der dänische EH-101(RDAF), was dann die Fotomöglichkeit wegen der vielen Leute nicht gerade vereinfachte. Die bekannten Fighter die an jedem Flugtag zu sehen sind standen etwas abseits und mit rotweissem Band abgeschrankt.

Viele der anwesenden Oldtimer standen zwischen den Zuschauern an den Rollwegen und wurden zum Vorfliegen durch die Masse der Leute zum Vorbereitungsplatz am mittleren Taxiway gerollt. Hier fotografierten wir dann als erstes aktives Flugzeug einen alten Bekannten den Hawker Hunter J-4082 in den alten Schweizer Farben. Der in Schweden beheimatete Veteran wurde mehrmals in der Luft gezeigt. Ebenso Oldie-Formationen wie das 6er Pack mit Yak’s, mehrere Tiger Moth, Piper Cub, die seltene Fairchild Cornell, Fokker DR1 oder das Duo North American Mustang mit Supermarine Spitfire.

Von der andern Seite des Platzes starteten KC-135 USAF und B-737 der Norwegian als grössere Teilnehmer. Von unserer Seite DC-3 (Dakota Norway) und die DC-6 (Red Bull) welche für die ausgefallene DC-6 in Britisch Eagle Farben da war. Ein Bücker Jungmann in den Farben der Spanischen Luftwaffe war auch sehenswert gefolgt von der seltenen Douglas A-26B Invader. Nach der Patrouille Suisse die beim Publikum sehr gut ankam, wurde der Platz mit F-16 der RNoAF angegriffen. Viel Knall und Rauch am Boden benebelten uns aber nicht und so wurde auch der Start der norwegischen Aero L-29 Delfin mit rotem Stern nicht verpasst.

Mit dem Abendlicht ging auch die britische Consolidated Catalina in die Luft, während De Havilland Vampire und Vampire Trainer sich am Boden bereit machten. Mit viel Getöse kurvten diese danach am Himmel über der Rygge AFB. Anschliessend endlich machte sich das lange erwartete Wunschobjekt flugbereit. Die Schwedische Luftwaffe hatte unter anderem ihren Jet Saab J29F Tunnan gebracht. Erstflug war 1948 und 224 Exemplare wurden gebaut. Die Flugleistungen dieses bereits mit Nachbrenner ausgerüsteten Jägers waren beeindruckend. Der Kameraverschluss hatte Hochkonjunktur. Zum Glück konnten wir dies alles noch auf Kodakfilm festhalten bevor dann nächstes Jahr das Fujifilm Zeitalter beginnt. Anschliessend tobte sich wieder mal ein belgischer Pilot mit seiner F-16 am Himmel aus, während wir uns der nun besser zugänglichen Ausstellung mit C-130, Orion, S-61, F-5, F-16 etc. widmeten.

Am Sonntag wurde in Richtung Hamar und Lillehammer gefahren, um auf dem internationalen Flughafen Oslo Gardermoen auf Safari zu gehen. Ebenfalls mit Sonne und klarer Luft wurde der Platz erreicht. Vom Terminal aus ist das Fotoschussfeld zu eng begrenzt, besser ist man fliegt ab und kann auf die Terrasse. Um den Airport lässt sich gut fahren, meist verdecken die Bäume aber die direkte Sicht auf den grossen Platz. Also erst mal das Luftwaffen-Museum besucht und die zum Teil seltenen Maschinen fotografiert. Schon auf dem Parkplatz glänzt eine F-84 in der Sonne. Beim Eingang ist die Cockpitsektion einer Schweizer Mirage 3. Neben einer bewaffneten Ju-52, Heinkel-111P, V-1 und Junkers Ju-88C2 Wrack, stehen da alle Jets die in Norwegen geflogen wurden. Das Haus ist sehr gut bestückt. Es ist eines von vieren der Luftwaffe die alle aussergewöhnliche Schätze beherbergen und sehenswert sind. Das Museum neben der Piste ist mit Bus und Auto erreichbar.

Mittlerweile war der Sonnenstand soweit vorgerückt, dass wir uns nach dem geeigneten Fotostandpunkt an der Piste umsehen konnten. Auf einem Dach von SAS fand sich doch noch der gesuchte Standort. Wie auf allen grossen Plätzen waren jetzt nur noch die grosszügigen Distanzen das Problem. Anders als auf den meisten mitteleuropäischen Flugplätzen war hier auch am Nachmittag ziemlicher Betrieb angesagt. Dies auch mit Gesellschaften die sonst weiter südlich selten zu sehen sind. Norwegian und SAS sind am Verkehr naturgemäss sehr stark beteiligt. Weiter Novair, Icelandair mit B-757, Wideroe mit vielen Dash-8, West Air Europe mit ATP’s und viele Heli-Firmen, Biz Jets und Charterflugzeuge. Auch ein gelber Do-328 Ambulanzjet des ADAC rollte fotogen vor der Nase durch. Die A340 von THAI nahm dann die andere Piste, aber die kann ja andernorts auch gesehen werden. So ergaben sich viele Bilder die wir dann abends am Hafen feierten. In Aker Brygge im einheimischen Biffhus testeten wir die Steaks mit leckeren Beilagen. Die Steaks waren ein Gedicht und den Preis allemal wert. Zum Glück dauert die Reise nicht so lange, man bräuchte sonst grössere Hosen und würde die bekannte Vogelart den Pleitegeier kennen lernen.

Mit einer Tageskarte bewaffnet durchstreiften wir in div. Grüppchen Oslo, um die hier sehenswerten Punkte kennen zu lernen. Besuch bei der Königlichen Garde (bekannt vom Basel Tattoo), Kon-Tiki- und Fram-Museum, Armed Forces-, Widerstands-, Munch- und andere Museen, Stortinget, Karl Johans Gate und aufs Dach der neuen Oper. Aus Zeitmangel entfällt der Besuch der SAS Caravelle 3 im Tech. Museum. Aber in Schlossnähe wird eine U-Bahn bestiegen welche bald darauf ans Tageslicht kommt, zur steilen Bergbahn wird und uns unterhalb des Gipfels zur Holmenkollen Sprungschanze entlässt. Eine super Aussicht über die Stadt und den Oslo-Fjord mit den Fähren und Kreuzfahrtschiffen bietet sich an.

Dienstag, kaum an Kronen und durchgestrichene Buchstaben gewöhnt ist leider die Abreise schon angesagt und wir warten aufs Taxi zum Schiff. Draussen steht plötzlich die grüne Minna mit verdunkelten Fenstern und Blaulicht. Wie sich herausstellt ist es unser Fahrzeug und alles iO. Na ja dann eben mit Blaulicht am VIP-Fahrzeug zum Hafen!

Heimat für die nächsten rund 22 Stunden auf der Fahrt nach Kiel ist das Kreuzfahrtschiff / Fähre die Color Magic mit 224m Länge und 35m Breite. Auf dem Helikopterdeck stehend verfolgen wir das Ablegen in Oslo.

Bei der Ausfahrt in den schönen Oslofjord überfliegt uns eine Uh-1 der RNoAF. Im Zick Zack Kurs schlängelt sich die Color Magic zwischen felsigen Inseln durch wo überall kleine nordische Holzhäuser in idylischer Umgebung stehen. Manchmal passt das Schiff kaum zwischen zwei Inseln durch. Bei der Drobak-Enge passieren wir die auf einer Insel gelegene Festung Oscarsborg die den oberen Teil des Fjordes abriegelt. Mit ihren 28cm Krupp-Kanonen und 45cm Torpedos wurde am 9. April 1940 der beim Ueberfall auf Norwegen angreifende modernste schwere Kreuzer der Reichsmarine die Blücher versenkt. Das Arado-196 Bordflugzeug wurde geborgen und steht heute im Museum in Stavanger.

Nach rund 100km Fjordlänge wird das offene Meer erreicht. Durch den bekannten Skaggerak, vorbei an der schwedischen Grenze, durchs Kattegat und den grossen Belt geht’s in Richtung Deutschland. Es ist Zeit den Kreuzfahrer zu erkunden. Kurz: in der Mitte eine Promenade von 163 Meter Länge mit Beizli, Shops, viel Life-Musik und Tanzkurs, hinten ist ein Restaurant wie bei Queen Mary 2 mit Sicht aufs Meer, vorne Show-Theater, Grand-Buffet, Casino, oben auf Deck 15 Beizli, Bars, Nightclub, Wellness, Fitnesscenter, Aqualand, etc., etc., sagenhaft!!

Morgens ein erster Blick aus dem Bullauge zeigt viele andere Schiffe. Auf dem Fernseher kann der Schiffsstandort gesehen werden. 42400 PS treiben die Color Magic mit 20 Knoten zwischen den dänischen Inseln Lolland und Langeland durch, über die Bugkamera erhält man einen Blick voraus. Beim Casino vorne gibt es ein riesiges Frühstücks-Buffet. Danach kommt die Einfahrt in die Kieler Aussenförde. Backbords ist Laboe mit dem Typ 7 U-Boot und Ehrenmal. An Steuerbord kommt der Flugplatz Holtenau in Sicht, die Flugzeuge sind aber im Hangar. Unterhalb auf dem Platz des MfG 5 sind zwei S-61 Helis und eine halb demontierte F-104 Starfighter zu sehen. Im Tirpitzhafen der Marine legt eben das Segelschulschiff Gorch Fock ab zu einer mehrmonatigen Ausbildungsfahrt. Vor der HDW-Werft dreht unser Kreuzliner um 180° und legt rückwärts am Norwegenkai an. Schade, das war herrlich und ruft nach einer Wiederholung!

Später in Hamburg zieht es uns natürlich wieder mal nach Finkenwerder zu Airbus. Hier läuft nicht so viel aber man muss es immer wieder mal versuchen. Nach längerem Warten am Pistenende beim ehemaligen U-Boot Bunker, zeigt sich ein Scheinwerfer über Klein Flottbek. Herein schwebte ein A319 in den neuen Farben von Air India.Einiges später ist die bekannte Silouette eines Belugas am Horizont. Ja diese Farbvariante hat mir auch noch gefehlt. Als Krönung geht noch ein A380 von Singapore Airlines auf einen Testflug. Start und die Landung vor unserem Abmarsch ergeben ausgiebig Bilder.

Natürlich wurde auch der Flughafen Fuhlsbüttel noch besucht und div. Fotos geschossen bevor sich die allgemeine Wetterlage zu einer flüssigeren Variante veränderte. Ist aber halb so schlimm, wir hatten ja jetzt schon viel gesehen. In Hamburg kann man ja auch sehr gut Essen gehen. Ein Kellner in der StäV auf der Fleetinsel überzeugte uns zu dies und jenem, d.h. er stopfte uns voll mit lauter guten Sachen in nicht unbedingt kleinen Portionen (das nennt man gute Beratung). Als wir Wasser zum Wein bestellten fragte er: „Wasser was soll das, wollt Ihr Zähne putzen?“ Es war ein richtiges Erlebnislokal!!!

Erfolgreich zu Hause angekommen dürfen wir die Pfunde wieder abnehmen. Es hat Spass gemacht zu diesen zu kommen und eine Menge Flugzeuge zu fotografieren! Mal sehen …

Besten Dank an alle
Euer Jürg

Bilder der Vereinsreise nach Laage befinden sich in der Bildergalerie 2010.

Uebung SNAP 2010

Kaum von der Englandreise zurück, geht’s schon wieder los auf Kurs Nord. Eben hat uns der nahezu ausgebuchte A 319 von easyJet nach Hamburg befördert. Anschliessend an den Einkauf von Reiseproviant wird sehr unkompliziert der Mietbus übernommen. Tja Hanseaten machen das möglich was andernorts dreimal solange dauert. In der Abenddämmerung durchqueren wir Hamburg, gelangen auf die Autobahn und nach dem Ratzeburger See wird beim Lübecker Flugplatz nach Osten in Richtung Mecklenburg-Vorpommern abgebogen. Unser Bus ist neu und läuft gut. Immer wieder überholen uns aber Autos mit einer Geschwindigkeit mit der auch kleine Cessnas zurück gelassen werden könnten! In MV (Mecklenburg-Vorpommern) begeben wir uns in eine der Wiegen der Luftfahrt. Otto Liliental war hier aktiv, später grosse Konzerne wie Arado, Bramo oder Heinkel welche in der Region von Rostock grosse Erfindungen wie den Schleudersitz oder das erste deutsche Düsentriebwerk getätigt haben. Im Wandel der Zeit sind heute EADS, Airbus, Rücker Aero-space, AEROTEC und Rheinmetall vertreten. Hier zu Hause ist auch der Hersteller der weltweit grössten Schiffschrauben und der grösste Tiefkühl-Pizza Lieferant von Italien! Ausserdem ist es das sonnenreichste deutsche Bundesland. Wie geplant wird um Mitternacht die Hansestadt Rostock erreicht und die Zimmer am Museumshafen bezogen.

Am nächsten Morgen nach dem gemütlichen Frühstücksbuffet, war der Start bei bestem Wetter in Richtung Usedom und Peenemünde. Der Flugplatz von Barth (Stralsund) wird ausgelassen, denn im Wandel der Zeit ist der heutige Verkehr für uns nicht von Interesse. Bis 1966 hatte Interflug hier Liniendienste von Berlin mit der Ilyushin Il-14P. Danach flogen diesen Kurs An-24W (beim Personal auch Ente genannt) und 1975 wurde die Linie nach Heringsdorf verlegt.

Via Greifswald, der Klappbrücke von Wolgast und Zinnowitz (mit Schulungs V-1 Startrampen im Wald) erreichen wir auf der heutigen Ferieninsel Usedom die alte Heeresversuchsanstalt Peenemünde. Die in den 1930er Jahren streng geheime Region ist die Wiege der modernen Weltraumfahrt. Hier wirkte dank den Sponsoren der bekannte Entwickler/Leiter Wernher von Braun erstmals in grossem Stil. Das Gelände besticht auf den ersten Blick mit vielen Kilometern Dschungellandschaft. Viele zum Teil überwachsene Ruinen und Ueberbleibsel, die immer noch munitionsverseuchten Sperrgebiete und das Museumsgelände beim Bahnhof der Usedomer Bäderbahn.

Durch einen Luftschutzbunker tritt man ins Areal des Museums. Im Gebäude des alten Kraftwerks sind die Ausstellungen zur Geschichte der V-1, V-2 und anderen Waffen welche hier entwickelt und getestet wurden. Infos über Lebens-, Arbeits- und Lagerverhältnisse hauptsächlich der Jahre 1936 – 1946. Auf dem Platz ist eine V-2(A-4) Rakete, eine V-1 Abschussanlage, weitere Waffen und der damals hochmoderne Elektrotriebzug der Werksbahn. Unsere Suche galt aber der hier beheimateten Flugzeugsammlung. Doch grosses Erstaunen, neben einigen Lenkwaffen sind nur die MiG-21PFM-SPS und eine Mi-8 da! Wo ist der Rest versteckt? Also zurück in den Bunker und Nachfrage an der Kasse. Hier dann betretene Gesichter, habe ich etwas falsch gemacht? So durch die Blume und späteren Recherchen bei der Ostsee-Zeitung (OZ), erhalte ich folgende Infos. Die örtliche Gemeinde scheint nahezu bankrott zu sein und hat das Museum Anfang Jahr an eine private GmbH abgegeben. Diese hat die Flugzeuge jetzt nach Neubrandenburg abgezogen! Was geht da vor? Läuft hier dasselbe Drama wie bei den British Airways Museumsflugzeugen? Verhöckern oder verschrotten weil es dem Management scheinbar nicht in den Kram passt.

Nach einem Besuch auf dem Zerstörer der ehemaligen DDR-Marine und beim sowjetischen Raketen U-Boot, durchqueren wir das ehemalige Abschussge-lände. Hier fanden 282 Starts der V-2 mehr oder eher weniger erfolgreich statt. Vorbei geht’s an alten Ruinenresten von Fabrikhallen zur ehemaligen Airbase Peenemünde. In den 40er Jahren lief hier die Erprobung der V-1 und anderer Raketenflugzeuge. Von hier konnten auch mal russische Kriegsgefangene flüchten. Sie „organisierten“ einen Heinkel He 111 Bomber und flogen damit ohne Ausbildung auf dem Typ in die Sowjetunion zurück! Nach dem Krieg und dem Abzug der Sowj. Truppen wurde die Basis vom Jagdflugzeug-Geschwader 9 „Heinrich Rau“ der Nationalen Volksarmee der DDR besetzt. Heute ist etwas allgemeine Luftfahrt anzutreffen und eine Flugzeugsammlung beim zugehörigen Bettenmuseum ist entstanden.

Bei unserer Vorfahrt stand ein MiG-21 Doppelsitzer des JG-9 schön in der Sonne. Wo aber sind die restlichen Flugzeuge? Eine Breguet Atlantic kann sich doch nicht in Luft auflösen. Etwa schon wieder diese GmbH? In der OZ fand ich den Bericht, das innert Wochen der Mietzins von der GmbH verdreifacht wurde mit der Aussicht auf weitere entsprechende „Anpassungen“ bis Ende Jahr! Das erklärt auch den muffigen Busfahrer vor Ort. Er war wie ich jetzt weiss der Besitzer des Museums der dann in kürzester Zeit mit seinem umfangreichen Material nach Karlshagen geflüchtet ist. Die Atlantic soll irgendwo hinter Unterständen stehen und ist wie die MiG-21 Eigentum des Luftwaffen Museums Gatow und damit geschützt!

Wir wollten eigentlich nur Flugzeuge fotografieren und standen mitten in einem Wirtschaftskrimi, oder ist das der wilde Osten? Also dann eben ein paar schöne Bilder von der MiG, den Bus gesattelt und durch die Pampa nach Rostock zurück geritten. Im Museumshafen beim „Alten Fritz“ gab’s für die Busboys gemütlich ein grosses Störtebeker zur Erholung in der warmen Abendsonne an der Kaikante.

Auch der Sonntag beginnt wieder mit Sonne. Sogleich fahren wir los um grosse Baustellen herum und legen einen Halt am Frühstücks-Buffet in „Karls Erlebnishof“ ein. Ehemalige Reise-Teilnehmer mögen sich erinnern. Ausserhalb der Stadt beim Flugfeld Purkshof war aus der Bahn die Windmühle und gleich dahinter das grosse Gelände u.a. mit den Erdbeeren zu sehen. Das umfangreiche Buffet war 1/3 billiger als im Hotel. Holzofenbrot, Butter, Konfitüren, Rührei, Schinken etc., etc., gab’s alles aus eigener Produktion. Kaffee einmal zahlen und nachfüllen lassen bis zum Abwinken.

Durch Ribnitz-Damgarten das bekannt ist mit dem deutschen Bernstein Museum und seiner grossen Glacé-Produktion, steuerten wir das Tagesziel die ehemalige sowjetische Fliegerbasis Pütnitz an. Der Platz aus den 30er Jahren beherbergte früher Flugschulen u.a. mit Do 18, Do 24, He 59, He 111 und im 1945 div. Jagdfliegerstaffeln. Nach dem Krieg belegten sowjetische Verbände den Platz. In diesen Jahren waren MiG-15/17/21/23/29 und Su-15/25 anzutreffen.

Am alten Gate mit dem bekannten Tor ist ein kleines Passiergeld fällig und die letzten News zu erfahren. Nach weiteren 4,5 km Fahrt durch die Wälder Vorpommerns wurde das Fahrzeug neben den alten Flugzeughallen abgestellt. Der Technikverein hat hier in zwei der drei grossen Hallen eine umfangreiche Sammlung an Fahrzeugen aus östlicher Produktion. Diese sind teilweise auch in Betrieb auf dem Gelände oder der Crosspiste zu sehen. In der dritten Halle ist die Flugzeug- und Panzersammlung. Die MiG-21 PFM-SPS von der die DDR bis 1988 134 Stk. beschafft und 30 Stk. verloren hatte ist hier, eine Mi-8 und ein Agrarflugzeug Zlin Z37 Hummel stehen in der grossen Halle. Auf Knopfdruck erwacht die Mi-8 zum Leben. Ein Start wird simuliert mit hellen Positionsleuchten, drehendem Rotor und viel Lärm ab Band.

Vorbei an vielen interessanten und fahrbaren Ost-Panzern gelangen wir zur 3. MiG-21 F-13 vom JG-9 aus Peenemünde. Auch sie ist eine Leihgabe des Luftwaffenmuseums Gatow. Wunderschön steht die auf dem Rollweg vor einer Baumgruppe. Man möchte so gar nicht daran denken, dass diese die Piloten von damals ganz schön beschäftigen konnte. Zum Beispiel hatte diese MiG Version die Unart, dass das Triebwerk häufig aus ging wenn Raketen abgefeuert wurden! Von den 120 beschafften Maschinen sind 39 auf der Verlustliste! Im kühlen Schatten der Bäume wird der richtige Sonnenstand abgewartet, dann ergeben sich herrliche Bilder des NVA-Veteranen.

Mit vollem Einsatz der Klimaanlage wurde die Airbase wieder durchquert zu einem ersten Glacé- und Bernsteinstop am Saaler Bodden bei Ribnitz. Gestärkt folgte die nächste Etappe ins Hotel zurück. Schnell und ohne Gepäck geht’s weiter mit Tram und S-Bahn an der Ruine vorbei wo ehemals He 162 gebaut wurden ins Ostseebad Warnemünde. Von den Kreuzfahrtschiffen weg flanieren wir zum Strand, dem Leuchtturm und zum alten Strom. Nach einem gemütlichen Essen an der Promenade gab es auch einen Halt im Venezia (die örtliche ACB Basis). Nicht nur die schöne Aussicht beeindruckt hier. Nebenan im heutigen Restaurant Mamma Mia (früher „Tante Paula“) waren in den 30ern die Testpiloten der Firmen Arado und Heinkel die Stammgäste und feierten „Geburtstag“ nach überstandenen Bruchlandungen. Neben Ernst Udet und Wolfgang von Gronau soll auch Charles Lindbergh als Gast von Ernst Heinkel hier vorbei gekommen sein. Das damalige Gästebuch befindet sich heute im Lufthansa Museum.

Der Montag bringt uns nach Laage zur grossen Luftwaffenbasis und Heimatort des Jagdgeschwaders JG-73 „Steinhoff“, die auch von Schweizer F-18 gerne besucht wird. Werktags ist die Luftwaffe aktiv und es sollte für die ILA in Berlin die Uebung SNAP 2010 geprobt werden (Evakuierung von Personen aus Krisengebieten). Ab 3. Juni hatten die Teilnehmer die Marschbefehle nach Laage. Mit dabei 3 F-4 Phantom, div. Tornados, Transall, Helis und natürlich die Eurofighter vom Platz. Leider ist die Flughafenterrasse neuerdings wegen der Kosten geschlossen, womit eine schöne Fotoposition wegfällt. Aber vom Spotterhügel aus ist man auch nah am Geschehen. Verdächtigerweise sind davor jetzt aber keine Reihen von Tornados, sondern Reihen von DA40-180 Diamond Star der Lufthansa Pilot Training Network abgestellt. Einzelne dieser modernen Trainer waren dauernd im Einsatz wie auch ein Airbus 319 und Cessna Citation der Lufthansa mit neuen Besatzungen. Platz ist genügend vorhanden, obwohl der Verkehr im Zivilteil des Airports eben wieder um 21% zugelegt hat. Wegen grossem Erfolg will Lufthansa jetzt ganzjährig nach Laage fliegen. Nur im Sommer ist hier die Zürcher Helvetic mit Fokker 100 anzutreffen, wofür sie in der Region fleissig Werbung macht.

Dann hört man doch endlich auch die Eurofighter am Himmel herum turnen. Noch verdeckt leichte Bewölkung die Jäger, aber der Ton nähert sich langsam. Dann tiefe Ueberflüge in Formation und Anflugtraining gefolgt von Landungen aus östlicher Richtung. Der Tradition folgend benutzen die Piloten des JG 73 danach den südlichen Rollweg direkt vor den Fans vorbei. Schnell auch ein paar schöne Rollbilder geschossen, den Piloten freundlich zurück gewinkt (ist hier üblich) und schon nähert sich der nächste Jäger. Wieder gibt’s schöne Bilder mit passendem Hintergrund. Zwischendurch landet eine C-160 Transall. Die hat’s aber eilig, schon auf dem nördlichen Rollweg anhaltend wird diese dort sofort entladen. Dazu überquert eine Sikorsky S-61 Sea King der Marineflieger aus Warnemünde den Platz. Die zeigt sich nicht landewillig und strebt der Küste zu.

Vom Terminal her rollt die MD-83 der VIKING hellas heran. Auch hiervon Bilder in der Sonne und gleich nochmal von der andern Seite als die Maschine auf die Piste eingedreht hat. Was will man mehr. Die Bundesluftwaffe Transall hat ihre Rolls Royce Tyne Triebwerke auch schon wieder angeworfen und strebt auf kürzestem Weg zur Startbahn. Volle Leistung, Bremsen los, der Oldie erhebt sich zügig in sein Element und verschwindet am Horizont.

Beunruhigend sind aber die weiteren fehlenden Luftwaffen-Aktivitäten. Von Fans erfährt man das heute doch nicht geprobt wird (sparen?). Später erfahre ich das die Uebung in Berlin in abgespeckter Form gezeigt wurde, d.h. es muss scheinbar jetzt extrem gespart werden. So wollen die Politiker auf Anfang 2011 entscheiden, die Eurofighter Staffel in Laage von 29 auf weniger Maschinen zu reduzieren. Das SAR Meeting in Kiel kann nicht mehr stattfinden, in Willhelmshafen sind 4 U-Boote vorzeitig ausser Dienst gestellt und an der Hanse Sail der Besuch der Fregatte „Augsburg“ gestrichen worden. Wenn das so weiter geht, dann erhalten wir in 3-4 Jahren an Flugtagen noch Postkarten mit den Flugzeugen die hier sein könnten mit der Angabe in welchem Hangar ein alter Film darüber läuft. Anschliessend gibt’s noch eine Wurst und Tschüss!

Auch wir mussten leider Tschüss sagen und in Richtung Hamburg aufbrechen, um sicher den A319 nach Basel zu erreichen. Trotz grossem Stau bei Lübeck gelang das auch gut und am Flughafen Fuhlsbüttel verabschiedeten wir uns von den Glückspilzen welche Hamburg noch etwas länger geniessen wollten. Möge das Wetter wohlgesonnen sein! Wir denken an Euch wenn früh der Wecker zur Arbeit klingelt.

Vielen Dank und bis bald wieder Euer Reiseleiter

Jürg

Sonderveranstaltung ACS vom 24.03.2012 (erste Reise 2012)

Besuch beim Mirage-Verein Buochs

Bericht unseres Besuchs auf deren Homepage:

http://www.mirage-buochs.ch/~miragebu/index.php/nachrichtenleser/items/fotosession.html

Fotos von diesem Ausflug sind in der Bildergalerie 2012 zu finden.

Thomas P. Hofer

Am 25. August 2012 ist es wieder mal soweit, wir besteigen einen Airbus A319, der uns auf der diesjährigen grossen Vereinsreise nach England bringen soll. Warmes Wetter herrscht ja, aber das Flugzeug sticht nach dem Start in Basel schnell mal in die Wolken. Nach einiger Zeit und einige tausend Meter höher verlässt der Airbus die Suppe und ringsum ist herrlicher Sonnenschein. Vor dem Fenster erheben sich riesige Wolkentürme, die sehr fotogen sind.

Flug Basel nach London-Heathrow

Nach dem Ueberqueren der der britischen Küste bei Hastings, klart das Wetter einigermassen auf. Jetzt zeigt sich auch das sich die Sitzplatzreservation (gegen Aufpreis) gelohnt hat, denn es folgt eine Besichtigung von London im Tiefflug. Beim City-Airport sieht man Flugzeuge wie Modellflieger einkurven. Von der Tower-Bridge weg ist klar erkennbar, wo sich der Buckingham-Palast, der Hydepark etc. befinden und sogar die schönen gläsernen Hallen von Kew Gardens sind heute sichtbar. Alle kleben an den Fenstern und geniessen den Anblick.

Vom Terminal 5 in Heathrow aus geht’s zur Mietwagenstation, welche gerade von Kunden überschwemmt wird. Der Autoparkplatz ist schon ziemlich leer. Mmmmmh … unsere reservierte Kategorie sei zur Zeit gerade ausverkauft, meint der freundliche Engländer. Wenn’s uns nichts ausmache, könnten wir auch den grossen Bus nebenan nehmen. Aber ja doch gerne, her damit, da hat‘s viel mehr Platz und Aussicht zum gleichen Preis.

Bald ist der grösste Parkplatz Britanniens erreicht, sprich wir schleichen auf der vielspurigen M25 Ringautobahn im Schritt-Tempo um London herum und endlich flotter nordwärts dem Ziel Leicester in den Midlands entgegen. Wie schon das ganze Jahr herrscht Aprilwetter. Während 5 Minuten lässt sich kaum mit 40 fahren, so benetzt uns der Himmel. Nach einer halben Stunde ist’s oben wieder blau bei ziemlicher Wärme, als wär nie etwas gewesen und bald beginnt es wieder von vorne. Das kann ja heiter werden.

Am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen englischen Frühstück geht die Fahrt zum Cold War Jet Day los, dem speziellen Anlass bei dem alle Flugzeuge vor den Fans am Boden bleiben. Selbstverständlich regnet es noch etwas, vermutlich eine Dienstleistung des örtlichen Tourismusbüros, damit es auf den Strassen nicht staubt und alles sauber gewaschen ist. In Lutterworth lassen wir den Motorway hinter uns und umkreisen an der Ausfahrt einen Nachbau der Gloster E28/39, das erste britische düsengetriebene Flugzeug von Sir Frank Whittle welches hier entstand (Erstflug: Mai 1941). Am Eingang der alten Basis Bruntingthorpe entrichten wir unsere £15.- pro Person und dafür ist es draussen nun trocken. Kadetten lotsen zum Parkplatz, unterbrochen von einem vorbei geschleppten F-104G  Starfighter. Toll, – wir sind angekommen und schon mitten drin im grossen Fotografen-Event mit Maschinen aus der Zeit des kalten Krieges in Europa. Jetzt kann’s los gehen, endlich mal wieder viele verschiedene Flugzeugtypen statt immer nur F-16. Ringsum haben diverse Flugzeug-Restaurationsorganisationen ihre Werkstätten und Abstellhallen. Aber wo beginne ich? Erst den Alarmshelter der English Electric Lightnings, den Blackburn Buccaneer S2B, Aero L-29 Delphin, Folland Gnat und Dassault Mystére IV oder die andere Seite, mit den SEPECAT Jaguars, H.S. Sea Vixen, Sea Harrier, Nimrod, Vickers VC-10, Beech-18, Super Guppy, den alten C-130 Hercules MK.3 und anderen? Aber Achtung, nicht überall wo eine Flugzeugnase zu sehen ist, ist auch ein Flugzeug dahinter. Es gibt auch Nasensammler! Irgendwie ist dann alles im Kasten, als anschliessend die Sonne durch die Wolken bricht! Also die ganze Arbeit nochmals.

Gegen 11 Uhr nimmt der Platzsprecher in seiner alten Baubaracke Platz und auf der andern Seite heulen die ersten Jettriebwerke auf. Ein DeHavilland Comet 4C Airliner wird ans Pistenende verschoben und wir kontrollieren dabei, wie es ist, nur 10 Meter vom Pistenrand weg so einen grossen Vogel zu fotografieren.

Percival Jet Provost rollen zum Start

Die „Red Arrows“ überqueren tief den Platz und freuen sich wahrscheinlich auch über die vielen Oldtimer. Aus der Luft muss das Aussehen, wie eine aktive Base vor etwa 30 Jahren, 5-6 Lightnings, ca. 7 Buccaneers und mehrere C-130.

Auf der Piste nehmen Percival Jet Provost Aufstellung, 3 Stück an der Zahl, absolvieren die ihre Checks und starten die Triebwerke. Die angenehme Arbeit der Fotografen beginnt. Die Jet Provost in diversen Bemalungen rollen vor den Leuten kreuz und quer über die Startbahn, damit sie von allen Seiten abgelichtet werden können. Herrlich, das gab es ja zu Aktivzeiten nie. Anschliessend Aufstellung am Pistenende, letzte Checks, der Commander gibt das Zeichen, Startleistung der Triebwerke und ein simulierter Formationsstart der drei Jets donnert an uns vorbei. Mitte der Piste wird wieder abgebremst und auch sorgfältig darauf geachtet, dass die Maschinen nicht abheben, das könnte sonst zu Problemen mit Luftamt und Versicherungen führen. Kurze Pause, weil am Himmel eine JAK-11 erschien und einen Besucher mit tiefem Brummen des Sternmotors zur Show brachte. Eine kleine Rockwell Commander störte dann noch, obwohl sie meinen Namen als Registration trug. Endlich geht’s weiter mit einer polnischen TS-11 Iskra in Luftwaffenfarben, von welcher rund 500 Stück gebaut wurden. Nach dem Demo-Rollen legt der Pilot zwei sehr schöne Startsequenzen hin, wobei jeweils nach ca. 200 Meter das Bugrad bereits in der Luft ist! So unter dem Motto: seht mal, ich könnte fliegen, wenn ich dürfte!

Dann ein weiterer Höhepunkt eine Aero L-29 Delphin in den Farben der rumänischen Luftwaffe. Es ist die erste Demo der Maschine in Bruntingthorpe. Ueber 3600 Stück des Typs sind produziert worden. In der Mittagspause fegen fürs Fernsehen noch 100 Gold Wing Motorräder eines Treffens die Piste hinunter.

Am Nachmittag legt sich der Platzsprecher auf das Dach seiner Baracke in die Sonne und kommentiert von dort weiter. Sieht witzig aus, aber sein Kommentar ist exzellent. Die nächste Demo erfolgte von einer Hawker Hunter ex RAF, welche in ihrer Dienstzeit meist im arabischen Raum eingesetzt war. Der Triebwerkstart mittels Patrone war sehr fotogen. Jeglichen Mittagsschlaf beendet der Hawker Siddley Nimrod (Hochsee-Aufklärer und U-Bootjäger) der mit seinen 4 Triebwerken (die gleichen wie in der F-4 Phantom) ein nachhaltiges Konzert veranstaltet. Riesenjubel vom Parkplatz her, wo alle Autoalarm-Anlagen dem Nimrod hinterher blinken und hupen.

Mehrere sehr schöne Blackburn Buccaneers S.2B in div. Bemalungen folgen und die Piloten zeigen, was sich alles am Flugzeug sichtbar bewegen lässt. Laut Sprecher flogen diese im ersten Golfkrieg bei Angriffen so tief über dem persischen Golf, dass sich dahinter auf dem Wasser grosse Wellen wie bei Motorbooten gebildet hatten.

English Electric Lightning ex RAF

Danach röhren die EE Lightnings mit eindrücklicher Demo über den Platz und begeistern die Besucher. Der simulierte Doppelstart mit je zweifachem Nachbrenner war wieder eine Klasse für sich. Es wird etwas warm so nah am Pistenrand und es ist nicht die Sonne, die riecht auch nicht nach Jet A1!

Eine Supermarine Spitfire des BBMF überfliegt den Platz und ein weiterer Höhepunkt rollt an, die eindrückliche (und filmfressende) Vorführung der Handley Page Victor. Nach dem grollenden, donnernden Start des V-Bombers jubelten ihr wieder alle Autoalarm-Anlagen vom Parkplatz her zu. Nach deren Beruhigung (oder leerer Batterie), folgt der grosse Auftritt der DeHavilland Comet 4C.

Von den Flugzeugwarten mit dem Traktor auf die Piste vor die Besucher gezogen, erledigt die Cockpit-Besatzung die letzten Checks, genau gleich, wie damals im täglichen Betrieb. Indessen schauen in der Passagierkabine die Verkehrs-Kadetten aus den Fenstern und warten auf die Stewardess. Die Positions- und Drehlichter beginnen zu arbeiten. Auf Handzeichen beginnt das erste Düsentriebwerk zu drehen, kann dann aber nicht zünden, weil das externe Triebwerk-Startgerät zu wenig Leistung bringt und abgewürgt wird. Alleine schon wegen der am Flugzeug angeschlossenen dicken Elektrokabel kann man erahnen, dass da einiges an niedervoltigem „Saft“ in den Triebwerkstarter hinüber fliessen muss. Nach mehreren Versuchen und Abschluss einer kurzen Konferenz unter der Flugzeugnase, kommt ein anderes GPU quer über den Flugplatz zur Verstärkung angefahren. Damit gelingt der Triebwerkstart problemlos, Scheinwerfer an, alles in Startstellung und ein sehenswerter, krönender Abschluss mit diesem Pionier der Luftfahrt konnte gesetzt werden.

Am Montag regnet es selbstverständlich wieder, ausserdem ist Bankholiday, weshalb der Stadtbummel in Leicester ausfallen muss, weil die Geschäfte alle geschlossen sind. Eine andere Alternative fiel bei regnerischem Wetter auch aus, war sie doch in Melton Mowbray drüben, wo im beliebten 1960er Jahre Krimi „Mit Schirm, Scharm und Melone“ die liebe Emma Peel von Gangstern auf die Schienen der Park Eisenbahn gebunden wurde. Eine Plakette an der Stelle am Gleis erinnert noch heute daran. So wählen wir den trockenen Schnellzug nach Loughborough und besuchten u.a. die Great Central Railway, eine sehr eindrückliche Museums-Eisenbahn mit Dampfbetrieb in schöner Landschaft. Sie ist die einzige zweispurige im Land und alles ist im Stil der 1940er Jahre erhalten. Abgerundet wird der Tag mit einem gemütlichen Besuch bei Valerie (nicht die mit dem roten Fenster, sondern die mit den herrlichen roten Erdbeer-Törtchen).

F–101 Voodoo ex USAF

Auf geht’s zum nächsten Reiseziel mit Unterwegshalten in Coventry (dem Geburtsort von Sir Frank Whittle) ins Midland Air Museum, welches ich in einem früheren Reisebericht ausführlicher beschrieben habe. Henley-in-Arden und natürlich Stratford upon Avon mit dem Geburtshaus von William Shakesspeare sind fast ein Muss, wenn die so am Wege liegen. Statt links ins Geburtshaus sind wir aber mit Aussicht darauf nach rechts zur Konditorei von Valerie abgebogen. Die Crémeschnitten mit Kaffee waren herrlich und beides viel grösser als in der Schweiz! William, du hast zu früh gelebt und das leider verpasst.

Gegen Abend wird unsere schönste Unterkunft, ein Inn in Bewdley erreicht. Ein wunderbares altes Haus am ruhigen Ufer des Flusses Severn mit Enten und Schwänen vor dem Haus und flussaufwärts ist einfach nur grüne unverbaute Landschaft. Vom Hügel gegenüber sind im Stundentakt die Dampfzüge der Severn Valley Railway zu hören. Im Pup des Hauses oder davor an einem Tischchen am Flussufer in der Abendsonne gibt’s jeweils den Apéro. Die hauseigene Küche ist fabelhaft, man merkt die geänderte Ausbildung des heutigen Nachwuchses.

Einen erlebnissreichen Tag verbringen wir auf den 16 Meilen der Severn Valley Railway, welche mit ihren sämtlichen Anlagen im Stil von 1950 eine traumhafte Filmkulisse bietet. Wären da nicht die vielen Touristen, so wähnte man sich in den 50ern irgendwo im westlichen England bei der Great Western Railway, und Miss Marple wird sicher auch gleich um die Ecke kommen. Erstaunlich, wie da gestandene Flugzeugfans plötzlich wild fotografierend durchs Gelände düsen und zu 50er-Jahrefans werden.

Anderntags führt die Route das romantische Severn Valley hinauf nach Bridgenorth, einem etwas unüblich auf einem Hügel gelegenen Kleinstädtchen mit nostalgischen Häusern aus verschiedenen Epochen und einer alten Standseilbahn. Ein kleiner Modellbauladen kann seine Tageseinnahme gleich mit uns erledigen. Weiter nordwärts fahrend erreichen wir nach einiger Zeit RAF Cosford, die Basis mit einem der grössten Flugzeugmuseum weit und breit.

Vier grosse Hallen sind es mittlerweile, in denen zig Exponate ausgestellt sind. Die früher hier im Freigelände ausgestellten Maschinen der British Airways / BOAC sind aber alle weg. Wie angedroht sind 3 seltene Typen verschrottet worden, weil das neuere BA-Management scheinbar kein Interesse mehr hat, den Unterhalt an den historischen Flugzeugen zu bezahlen. Andere haben in Edinburgh East Fortune ein neues zu Hause gefunden. In den Hallen sind die Schätze bestens geschützt, leider mit all den fotografischen Nachteilen, die wir kennen, aber das Material muss erhalten bleiben.

Draussen stehen zur Zeit eine Bristol Britannia 310, Lockheed Neptune, eine alte C-130 Mk.3 Herkules ex RAF (von Piloten auch Müllwagen genannt) und eine Nimrod in Revision. Ihr Nachfolger wäre die Nimrod MRA.4 (Nimrod 2000) gewesen. Sie ist mit 8 Jahren Verspätung im 2004 erstmals geflogen. Zu über 80% ist sie ein Neubau mit doppelter Reichweite, mit Flachbildschirmen im Cockpit, hatte riesige Kostenüberschreitungen (£ 789.- Mio. über Budget, die Konkurrenz hat daran mit gebaut) und ist daher nach dem Verdunsten von sehr viel Geld im 2010 annulliert worden. Im 2011 brachte die BBC mit einem Helikopterflug ans Licht, dass in Woodford still und heimlich neun bestellte Flugzeuge zerstört wurden. Dies löste einen weiteren Skandal aus.

Bristol Britannia 310 Transporter ex RAF

Die Ausstellungshallen sind zum Teil nach Themen ausgestattet, wie Warplanes, britische Prototypen etc.. Ausgestellt sind auch extrem seltene Flugzeuge wie Messerschmitt Me-163B Komet, Me-410 Hornisse, Mitsubishi Ki-46 Dinah, Ki-100, Yokosuka Ohka, IA 58 Pucara, Avro Lincoln, TSR2, SR53, Fairey Delta 2 u.v.m.. In der Mitte des Geländes steht eine neue futuristische Halle. War die Sammlung bisher schon sensationell, hier raubt es einem endgültig fast den Atem. Beim Betreten der Halle wandert man zuerst an allen drei britischen V-Bombertypen vorbei, darüber und drum herum sind die „kleineren“ Typen gruppiert. Diverse Transporter wie DC-3, Short Belfast C1 (mit Kino im Laderaum), Handley Page Hastings, Avro York und kleine Typen wie F-111, div. MiG’s etc. füllen die Standplätze.

Hinter dem meines Wissens einzigen erhaltenen D.H. Comet 1 Airliner steht neben einer PBY Catalina auch „unsere“ D.H. Venom J-1704 (Lizenzbau), welche 1979 auf der Basis Greenham Common am Air Tattoo von der Schweiz der RAF geschenkt wurde. Dazu viele Jäger, Jabos und Raketen wie Bloodhound, Thor, V-2, Fritz-X, Wasserfall, Rheintochter, Rheinbote, HS-293, und, und, und … .

Bist du hier noch nicht erschlagen, dann besuche schnell den Laden’. In der hinteren Ecke liegen Bücher über Bücher, – Herz, was begehrst du mehr, – und alle Kinofilme mit Flugzeugen als Inhalt sind scheinbar hier auch zu kaufen. Wir müssen uns zusammenreissen, sonst haben wir auf dem Heimflug den ersten A319 mit Lastensegler im Schlepp. Es ist schwer den gewaltigen Eindruck vom Museum wiederzugeben, es gibt nur eines, das hilft: geht selber hin, geniesst und lasst euch überwältigen.

Nach einer Stärkung nutzen wir die Sonne auf der Rückfahrt zu einem Halt im malerischen Telford, einem ehemaligen Bergbauort. Hier steht die erste weltweit gebaute Eisenbrücke von 1777. Sie ist erstaunlich filigran für die damalige Zeit und immer noch benutzbar.

Leider sind die schönen Tage in Bewdley schnell zu Ende. Südwärts fahrend ist der nächste Halt im bekannten Worcester, wo die bekannte Worcestershire Sauce hergestellt wird. In angenehmer Sonne fotografieren wir gemütliche Kanalschiffe, die für Ferien auf dem grossen Wassernetz zu mieten sind. In der grossen, eindrücklichen Kathedrale erhalten wir auf die Frage: „ah Schweizer, kennt ihr Robin Hood“, gratis eine interessante Führung. Wieder draussen geht’s vorbei an der Statue vom einheimischen Edward Elgar, der so berühmte britische Lieder wie „Land of Hope and Glory“ machte, die wir auch vom Basel Tattoo her kennen. Im Kern der Altstadt geniessen wir die wirklich alten, schiefen Riegelbauten und einen Kaffee, bevor die Fahrt durch die nördlichen Gebiete der Cotswolds in Richtung Oxford führt. Bei Woodstock nahe Oxford können wir es uns gemütlich machen im „Duke of Marlborough“, einem gemütliches Inn am Waldrand. Hier nahe dem Anflug auf die Basis Brize Norton und einen Katzensprung vom Flugplatz, wo die grosse Show Fly to the past stattfindet, haben wir unsere Ruhe. Ausserdem arbeitet hier eine sehr gute Küchenmannschaft, deren Chef auch schon in Basel war.

Eine erste Erkundungfahrt zum Airport zeigt uns viele, teuere Geschäftsreisejets und einiges an „Kleinvieh“ für Vergnügungstrips. Festvorbereitungen lassen sich aber so am Vortag der Show nicht erkennen. Mit etwas Mühe gelangen wir zu einem Internetzugang. Da steht nach längerem Suchen und versteckt, dass sehr kurzfristig die Show für dieses Jahr abgesagt ist. Der VVK sei wegen der Olympiaden sehr schleppend gelaufen und deshalb sei sicherheitshalber der grosse Anlass ausgesetzt. Schei…, aber das ist, wie nachträglich heraus gefiltert vielen Veranstaltern so ergangen. Auch Londoner Hotels waren nicht voll, weil in der Zeit viele einen Bogen darum gemacht haben.

Aber unsere Gruppe ist ja flexibel. Die Cotswolds bieten ja noch viel mehr und so hält man Ausschau nach Alternativen. In Richtung RAF Lyneham ist kein Flugverkehr festzustellen, Fairford schläft wie meistens, in Kemble war Airshow eine Woche zuvor und im bisher immer geschäftigen RAF Brize Norton ist in drei Tagen eine einsame Lockheed Tristar abgeflogen. Am Boden steht verlassen eine C-17. Ob sie wohl schon Moos angesetzt hat? So bekämpften wir dann in der Altstadt bei der Oxfordter Valerie prophilaktisch ev. aufkommenden Frust mit herrlichen Fruchttörtchen. Bei den Ueberlandfahrten geniessen wir die touristischen Highlights in Burton on the Water, Burford, Cheltenham und bei der durch Hochwasser geschädigten Gloucestershire and Warwickshire Steam Railway. Für Filmfans sind in der Region sehr viele Drehorte der Harry Potter Filmreihe zu besuchen. Blenheim Palace, den Geburtsort von Sir Winston Churchill besuchen wir und staunen über den riesigen Garten mit See, Wasserfall, Wäldern und vielen alten Autos eines Mercedes-Treffens.



Avro Vulcan ex RAF

Wir dürfen aber nicht klagen wenn mal etwas ausfällt, denn für die Veranstalter ist das immer ein grosses finanzielles Risiko. Auch hatten wir bisher auf der Tour schon ziemlich Glück gehabt. Meist schien die Sonne, wenn es nötig war und in Coventry zum Beispiel war so rein zufällig eine sonst verschlossene Tür offen. Das heisst, im Gelände bei einem Avro Vulcan Bomber stand ein pensionierter RAF Angehöriger, mit dem man ins Gespräch kam. Bald darauf klettern wir über die Hühnerleiter durch die offene Bodenklappe in den Vulcan Bomber und nehmen Platz auf den Operator-Sitzen vor der anzeigenbestückten Wand. Hier ist ECM, Flugzeug-Technik und das elektronische Bombenzielgerät untergebracht. Bei dessen Ausfall kroch man nach vorne unter das Flugdeck zu einem Fensterchen, wie im Lancaster und löste alles über eine Optik aus. Der Raum ist schwarz gestrichen, wie in der B-52 und sehr eng, nur am Dach ist ein winziges Fensterchen während vorne oben die Piloten doch etwas mehr sehen. Ein WC gibt es nicht an Bord, wenn nötig hatte die Besatzung so etwas wie ein Stück Feuerwehrschlauch, der zu füllen war. Irgendwie habe ich mir Passagierflüge anders vorgestellt, aber scheinbar ist es doch besse,r wenn man sich die Fluggesellschaft gut aussucht. Als Piloten waren damals kleine Personen gefragt wegen der sehr engen Platzverhältnisse im Cockpit. Immerhin konnten die Piloten den Vulcan im Notfall mit dem Schleudersitz schnell verlassen. Die drei Operator fassten Fallschirm und Schutzengel, bevor sie durch die Bodenklappe absprangen. Das muss ja äusserst vergnüglich gewesen sein auf den Falkland Einsätzen.

Mit solchen Erfahrungen und sehr vielen schönen Eindrücken von Land, Leuten und Küche geht die lange Reise doch in kurzer Zeit schon dem Ende entgegen. Der A319 ab Terminal 5 vermochte alle unsere Einkäufe doch sicher nach Basel zu transportieren, ohne das noch ein Frachter bemüht werden musste. Dafür wurde ich schon gefragt, wann es denn wieder losgehen wird, doch davor liegt noch eine grosse Menge Arbeit und Veranstalter, welche früh genug ihre Termine bekannt geben.

Herzlichen Dank an unsere flexible Reisegruppe und bis zum nächsten Mal!

Euer Reisedienstleiter
Jürg

© alle Bilder Jürg Rehmann

Aero L-29 Delphin ex RoAF

De Havilland  Comet 1
Erstflug 1949

Nach langen Vorbereitungen war es Mitte Juni an einem Abend Zeit zur Vereinsreise 2013 des ACB aufzubrechen. Ich hatte mich schon auf einen schönen Flug im Fokker der KLM gefreut. Aber da eine solche Reise etwa 9 Monate vorher geplant werden muss, wird man auch mal von Flugplanänderungen überrascht. Na dann halt eben doch wieder Bus fliegen, wenn auch diesmal mit reservierten Sitzen.

Als Mietbus vor Ort erhalten wir in Amsterdam fast passend eine Caravelle welche mit Hamburger Registration ausgerüstet ist. Mit genügend Platz und sehr bequem streben wir dem Hotel in Amersfoort entgegen. Wir umrunden das Quartier Klein Zwitserland, fahren das Hügelchen hinauf und erreichen unser Haus das „Berghotel“. Davor ist ein schöner Biergarten und der Schlummertrunk ist jetzt auch verdient. Denkste: „wir haben um 21°° Uhr geschlossen“… heisst es! Grrrrhh…, dafür verstecken wir euch mal den Genever!!

Ein umfangreiches Morgenbuffet stärkt uns für’s erste Tagesziel. Die Königlich Niederländische Luftwaffe feiert ihr 100 Jähriges Bestehen. Ortsüblich findet der Flugtag dazu am Freitag und Samstag statt. Am Sonntag ist nichts, dafür wäre aber das Museum in Soesterberg mit seinen Raritäten geöffnet. Dieses ist wiederum am Samstag geschlossen! Naja, nichts ist unmöglich …, das ist Holland darum geht nichts über eine gute Vorbereitung.

Zügig ist die Luftwaffenbasis Volkel erreicht. Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Basiseingang geniessen wir die erste Darbietung. Eine C-130J zeigt im Tiefflug ihre Wendigkeit (nicht schweizerisch tief, sondern richtig tief). Auch nicht gegeizt wird mit dem Fackelwurf, die müssen Unmengen an Bord haben. Auf dem Rollweg vor den Zuschauern sind die vielen Gästeflugzeuge abgestellt, ähnlich wie früher beim Meeting Meyenheim. Am Pistenende findet sich ein Platz zwischen einer Belgischen C-130 und einer KC-135 mit fast ungehindertem Schussfeld zur Piste, die sich hinter den Gastflugzeugen befindet.

Ramex Team aus Frankreich mit Mirage 2000N

Die Flugschau ist in diverse Blöcke eingeteilt. Sehr viele historische Maschinen aus der Geschichte des Landes wechselten mit moderner Technik ab. Dazwischen immer wieder mal eines der bekannten grossen Kunstflugteams, wobei die Frecce natürlich den Platz einnebelten. Interessant aber auch die Demos von z.B. Mi-24, Apache, Chinook, Grippen, Mirage 2000N oder Rafale C. Sehr schön und mit einem ganz anderen Vorführstil zeigte die Polnische Luftwaffe 2 Maschinen vom Typ Su-22 Fitter. Herrlich ist diese nicht eben geräuschlose Vorführung. Aber der Fan weiss; „wenn’s richtig chesslet, denn goht öbbis!!

Die RNLAF selber zeigt Uebungen wie Angriff auf einen Flugplatz oder Evakuierung von Leuten aus einem Krisengebiet. Dazu starteten schon mal 10 F-16 nacheinander, welche anschliessend beim Ueberfliegen des Platzes von einer KC-10 betankt wurden. Diese fliegende Tankstelle kreiste den Nachmittag lang in der Region von Utrecht am Himmel. Denn gleichzeitig waren noch weitere F-16 in der Luft, weil in der Region West Friesland ein grosses historisches Fest mit Beteiligung des Königshauses und der Luftwaffe stattfand. Also endlich wieder mal richtig Betrieb im Haus.

Der Jubiläumsflugtag darf als sehr gut bezeichnet werden. Eine heutzutage selten zu sehende breite Auswahl an Maschinen am Boden und in der Luft war zu geniessen. Vom P-51, B-25 über Meteor, MiG, Hunter etc. bis Grippen, Eurofighter usw. konnten miteinander verglichen werden. Es war die Reise schon Wert.

Am Samstag erkunden wir mit der Caravelle das Pistensystem des Amsterdamer Flughafens. Sieben Start- und Landebahnen sind im riesigen Gelände verteilt. Es gilt herauszufinden wo gelandet wird. Oefter wechselt dabei die benutzte Bahn. Dazu regnet es grosszügigst, also gehen wir erst mal Kaffee tanken. Nach einer Stunde ist es wieder trocken und es kann los gehen. Zeitweise wird auf drei Bahnen gleichzeitig gelandet. So versuchen wir unser Glück bei der Frikadellen- und Frittenbraterei am Spotterpunkt, was sich als weise herausstellt. Jede Menge Flugzeuge von Niederländischen Gesellschaften sind natürlich vorherrschend, bis zur Retro B-737 von KLM kommt alles vor die Linse. Lange nicht mehr gesehen ist die bekannte TMA Cargo welche heute mit Airbus-Typen und B-767 operiert. Weitere Frachter zeigten sich u.a. von KLM, Qatar, Saudia, Southern oder China Southern Cargo.

Kenya Airways mit Boeing B-777-2U8ER

Auch bei den Passagier-Gesellschaften sind in Amsterdam eher seltene Airlines wie die Blue Islands, Kenya oder Surinam Airways zu beobachten, sofern man gerade an der richtigen Start- oder Landebahn steht. Singapore Airlines fliegt hier mit B-747, Emirates fliegt mit A380 und Delta zeigt diverse Modelle von Airbus- und Boeing. Dazwischen sind viele Ferienflieger wie die Sunweb mit einer bunten B-737. Für heimische Gefühle sorgt Helvetic mit der Fokker 100. Die Fluglotsen sind trotz des hohen Verkehrsaufkommens scheinbar sehr flexibel. So befand sich z.B. eine B-777 im Anflug in unsere Richtung. Kurz vor dem Aufsetzen gab der Pilot nochmals Gas, flog einen kleinen Schwenker und zog das Flugzeug im Tiefflug quer übers Gelände zu einer andern Piste zur Landung, womit er ca. 15 Min. Rollwegzeit und Treibstoff eingespart hat.

Insgesamt ist es sehr interessant hier auf Fotosafari zu gehen. Abgesehen von den obligaten Problemen eines jeden Grossflughafens wegen der vielen Pisten, ist hier noch ein relativ grosser Mix von Flugzeugtypen anzutreffen. Neben Airbus und Boeing sind auch Maschinen von ATR, Bombardier, Embraer, Fokker oder McDonnell Douglas zu sehen. Am Abend landet sogar noch die DC-3 in KLM Farben von der DDA Classic Airlines auf dem Platz, welchen wir dann windgeprüft verlassen.

DDA Classic Airlines mit DC-3C in der alten KLM Bemalung

Vollbeladen ist die Caravelle am Sonntag unterwegs nach Flevoland zum Flughafen Lelystad am Ijsselmeer. Von unserem Besuch während der EURO 08 her kennen wir den Platz und sind bereit für den Höhepunkt des Tages den Flug mit dem Veteranen aus dem 2. Weltkrieg der Consolidated Catalina. Nach viel vorgängigem Schriftverkehr stehen wir vor dem Rundflug mit dem legendären Amphibium welches mehrere U-Boote versenkt und viele Schiffbrüchige gerettet hat. Die Niederländische Marine hatte dann bis 1958 78 Stück dieser Catys im Einsatz. Weitere standen bei KLM und einer Oelgesellschaft in Dienst. Erst wird ein Film gezeigt und über die Geschichte und Sicherheitseinrichtungen informiert. Endlich erfolgte der ersehnte Einstieg in die Maschine. Zum Glück ging’s via die grosse Beobachtungskuppel hinein, was bequemer ist als über die schmale Heckklappe mit der Hühnerleiter. Bierbäuche werden hier hinten zum Problem! Vor und hinter dem Tragflügel sind die „Passagierabteile“ mit bequemen Airline-Sitzen. Damals im Fronteinsatz standen der Besatzung meist nur einfache Holzsitze, Pritschen oder Munitionskisten als Sitzgelegenheit zur Verfügung. Obwohl diese 1941 gebaute PBY-5A wie im Militär üblich nicht isoliert ist, hält sich das Lärmniveau (Musik) der grossen Pratt & Whitney R-1830 Sternmotoren in Grenzen. Die Besatzungen von damals werden es aber nach einem 20 Stunden Einsatz über dem Atlantik sicher anders vermerkt haben.

Stichting Catalina mit ihrer PBY-5A

Nach zügigem Start befinden wir uns über dem Ijsselmeer und dürfen das Flugzeug erkunden. Aber bitte nicht alle gleichzeitig an einem Ort, denn das bringt Catalina und Piloten aus dem Gleichgewicht! Von den berühmten Beobachtungskuppeln am Heck aus hat man eine fantastische Rundsicht und Fotoplattform. Bald heisst es wieder Platz nehmen, denn wir wollen mit dem Flugzeug baden gehen. Im Tiefstflug an einem Rahsegler vorbei, setzt die Caty bald auf dem Wasser auf und spielt schnelles Motorboot. Die Sternmotoren brummen auf und bringen die PBY-5A wieder über die Masthöhe der Schiffe und wir geniessen die Aussicht im Tiefflug. Ich könnte ewig in der Beobachtungskuppel sitzen, zumal da heute keine Maschinengewehre und Munitionspakete den Platz versperren.

Anschliessend ist ein passender Platz gefunden und die Catalina wassert wieder auf dem Ijsselmeer. Wieder Vollgas der P&W „Twin Wasp“ Triebwerke und ein Gedanke an die Geretteten von damals, die bei dieser Musik heilfroh waren aus dem Wasser zu kommen.

Im Tiefflug dann via Lelystad Hafen zurück zum Flugplatz, gefolgt von vielen Detail- und Gruppenfotos. Auf der Restaurantterrasse verfolgen wir dann weitere Starts und Landungen der Catalina und verdauen unsere Erlebnisse. Nach einem Beruhigungsdrink geht die Fahrt in einer einfachen Caravelle nach Schipol, von wo uns ein einfacher, schnöder Airbus nach Basel zurück transportiert. Wie ich hier die grosse Beobachtungskuppel vermisse!

Ein unvergessliches Wochenende geht zu Ende, aber die herrlichen Bilder werden uns bleiben. Vielen Dank an die nun Catalina geprüften Mitreisenden und bis zum nächsten Ausflug!

Euer Reiseleiter
Jürg

Grumman S2N Tracker ehemals Mechaniker Schule, ehemals NL-Navy

South Coast Airways mit DC-3C welche in den 90er Jahren in Bournemouth-Hurn stationiert war

Gloster Meteor, diese Maschinen wurden durch Fokker in Lizenz gebaut

Reisebericht 2. ACB Reise 2015

Vom 28. bis 31. August 2015 durften wir die 2. ACB-Reise 2015 geniessen. Mit EasyJet flogen wir nach Luton und von dort fuhren wir mit dem Mietauto nach Rugby. Dort bezogen wir unsere Unterkunft und liessen uns die nächsten Tage von Jürg die Gegend zeigen.

Am Samstagvormittag besuchten wir bei bestem Wetter den Midland Airport. Dort ist das Classic Air Center  neu angesiedelt. Viele schöne und alte Exponate waren hier im Gelände und in zwei grossen Hallen ausgestellt. So waren  zum Beispiel eine Shackleton, eine Nimrod sowie eine DC-3 auf dem Aussengelände zu bewundern. In den Hallen werden alte Flugzeuge restauriert und gelagert. Ab und zu werden dann die Gloster Meteor und andere Exponate zu einem Flug aus dem Hangar geholt.

Gleich nebenan war das Midland Air Museum mit einem grösseren Aussenpark. Dort waren unter anderem zwei Lightnings, ein Starfighter, eine Voodoo und natürlich die Vulcan zu bestaunen. Auch ein Blick in das Innere der mächtigen Vulcan ist dort möglich. Der Innenbereich war schon fast zugepflastert, so viel Material stand dort herum. Auch ins Cockpit einer Canberra konnte man einen Blick werfen.

Am Nachmittag wurden wir mit alten Eisenbahnen beglückt. Die Reise mit dem „Dampfross“ ging von Kidderminster aus durch das Severn Vally bis nach Brigdnorth. Uns kamen andere Dampfloks und alte Dieselloks entgegen. Auf der ganzen Stecke herrschte ein Kommen und Gehen und an den Bahnhöfen herrschte ein emsiges Treiben. Von uns wurde viel gefilmt und fotografiert 🙂

 

 

Alles sieht aus wie in den 50er oder früher und wird aufs Beste gehegt und gepflegt. In Brigdnorth befindet sich zudem noch die steilste Standseilbahn in England. Wir liessen uns die Gelegenheit nicht entgehen und hatten das Vergnügen mit ihr in die Altstadt hinauf zu fahren. Dort konnten wir die alten Gebäude und Strassen bewundern.

Der Flugplatz Bruntingthorpe wird jeweils für die Cold War Jets geöffnet, und das war der eigentliche Grund der Reise nach England. Auf dem Areal waren auch noch ganz viele alte Flugzeuge zu bestaunen. Wir bestiegen die Super Guppy, und sahen zu wie an einem Tornado gearbeitete wurde.

Der Sonntag brachte uns dann das englische Wetter. Zuerst bewölkt,  dann setzte der Regen ein. Aber wir liessen uns nicht davon abhalten und standen bis am Ende der Vorführung am Pistenrand.

Als die VC-10 an uns vorbei gebraust war, waren wir fast „gesandstrahlt“. Uns wurden auch noch die Victor, die Nimrod, eine Lightning, und den Buccaneer sowie andere schöne Flugzeuge vorgeführt.

Am Montag war es wieder Zeit die Insel zu verlassen, immer noch bei Regen. So kamen wir  mit vielen Bildern und schönen Erinnerungen in Basel an. Wir danken Jürg Rehmann für die tollen Tage und die interessante Gestaltung der wunderbaren Reise und für die ruhigen Fahrten während wir das Ganze in vollen Zügen geniessen durften.

Bildbericht Werner Stucki

Noch drei Gruppenbilder (Bilder: Thomas P. Hofer):

 

Swedish Airforce Airshow, Linkoeping (Schweden) 

Wenn Neune eine Reise tun…

Für 2016 plante unser Tour Manager Jürg Rehmann eine Reise nach Schweden zur Airshow anlässlich des 90. Jahrestag der schwedischen Luftwaffe. Eine aufgestellte Truppe von 8 Mannen und einer holden Weiblichkeit traf sich am Donnerstag, 25. August auf dem EuroAirport um via Amsterdam mit KLM Cityhopper nach Linköping zu jetten (Fokker 70 respektive Embraer 190). Dieser City Airport ist eigentlich der Betriebsflugplatz von Saab. Mittels Kleinbus chauffierte uns Jürg wie ein Profi zum mächtigen Hotel, wo gleich die schönen, grossen Zimmer bezogen wurden. Zum Tagesausklang frönte man der Kameradschaft in der Stadt mit Bier, Fleisch und Eiscrémes. Übrigens, Jürg musste im Vorfeld bereits etwas improvisieren, da die schwedische Luftwaffe respektive einer ihrer Majore relativ kurzfristig spotterfreundliche Aktivitäten anbot. Die wiederum konnten wir nicht wirklich ausschlagen.

Am Freitag war ein (geplanter) Besuch im Flygwapenmuseum, direkt an der Airbase Malmen gelegen, vorgesehen. Dies hatte auch den Vorteil, dass von dort das Training für die Airshow hautnah miterlebt und fotografiert werden konnte, bei Sonnenschein und sommerlichen Tempi bis 300 Celsius…. Das Museum ist sehr sehenswert, mit ganz wenigen Ausnahmen wirklich auf die schwedische Luftwaffe bezogen. Wunderschöne Flugzeuge von Bréquet, Fiat, Caproni, Saab, Heinkel bis Hawker, von Spitfire, Vampire, Tunnan bis Viggen. Am Abend wie gewohnt in die ungewohnt überfüllte Stadt, zu ungewollter Pizza… und Bier.

Samstag war dann Airshow-Tag. Ungeplant, oder eben umgeplant wurden wir zu einem Spotterhügel mit Sonne im Rücken gekarrt. Weit weg vom Publikum, nahe der Piste. Anfänglich skeptisch begutachtet, stellte sich der Platz als die absolut beste mögliche Lage für die Airshow heraus. Das Publikum musste den ganzen Tag in die Sonne starren, während das Flugprogramm rund um unseren Hügel stattfand, ja sogar einige Landungen wurden aufgrund des starken Windes vor uns getätigt. Rückgrat der Airshow waren eindeutig Flugzeuge, die in der schwedischen Luftwaffe oder Army im Einsatz sind oder waren. So waren der relativ neue NH.90 und ganze Schwärme von Blackhawks, die meisten Jets von Saab (von Tunnan bis Gripen) und Oldtimer, wie Mustang oder Saab Safir zu sehen. Aus dem Ausland bestritten das Flugprogramm die F/A-18 aus der Schweiz und Finnland, die F-16 Demo aus Belgien, zwei L-159 und eine ‘Alien’-Mi24 aus Tschechien. Zweite Anpassung ans ursprüngliche Jürgsche Programm war eine Möglichkeit, frühmorgens am Sonntag ohne irgendwelche störenden Selfiemenschen die Statik zu besuchen und abzulichten. Gesagt, getan. Um 07.00Uhr standen wir und hundert andere vor dem Tor. Major Peter Hagsköld brauste mit seinem Dienstwagen, Marke Drahtesel, heran und liess uns ungestört dem uneingeschränkten Fotospass für zwei Stunden frönen. Lansen, Viggen, Stieglitz, Bestmann, F-15 Eagle, Gripen, Hercules, Draken, An-26, DC-3, Tunnan, Bulldog, Sabreliner, Bo.105, Learjet oder Hornet wurden gemütlich und in einer tollen, eher spotteruntypischen, Gelassenheit und Rücksichtnahme auf Diafilm oder Datenchip verewigt. Leider überzog sich der Himmel sehr schnell und die Sonne verabschiedete sich, das Licht wurde suboptimal.

Als die Besucher hereinströmten, verliessen wir die Airbase und liessen uns von Jürg zu kulturellen Highlights hinreissen. Einerseits das Freilichtmuseum Gamla und andererseits ein Teil des eindrücklichen GötaKanals mit seinen Schleusen. Bei Regen…

Am Montag dann hiess es Abschied nehmen von Schweden. Bei Regen… Eine Fokker 70 (mit einer weissen, fachmännisch mit Isolierband abgedichteten Nase…!) brachte uns wieder nach Amsterdam, eine Embraer 190 anschliessend wieder sicher nach Basel. Lieber Jürg, herzlichen Dank für die tolle Reise! Einmal mehr ein Erlebnis.

Bericht / © Bilder: Thommy Hofer

Sola Airshow, Stavanger (Norwegen)

Die diesjährige Reise hatte vor allem die Sola-Airshow im norwegischen Stavanger zum Ziel, an der u.a. auch die Teilnahme des F-104 Starfighter angekündigt war. Doch wer unseren Reiseleiter kennt, weiss, dass Natur & Kultur nie zu kurz kommen und immer mit einer allfälligen (meist positiven) Überraschung zu rechnen ist. Nachfolgend ein Rückblick in Kurzform. Etwas mehr, auch Bilder, zu einem späteren Zeitpunkt auf unserer Webseite. 08.06.2017: Ab dem Euroairport fliegt das 9-köpfige Grüppchen mit der Embraer 195 PH-EZC der KLM nach Amsterdam. Dort verweilt man sich, je nach Stand der Sonnenstoren, mit Planespotting, unter anderem wird auch die zu dieser Zeit brandneu bemalte Farewell-Fokker 70 ausgemacht. Weiterreise nach Stavanger, KLM-Embraer 195 PH-EXF. Fahrt im Minibus in die Stadt und Zimmerbezug im Hotel Victoria. Nachtessen in der Hafengegend der schönen Fischerstadt. Zum Verdauen schlendern wir im Hafen, der mit mindestens zwei Highlights auftrumpft: einem militärischen Schnellboot ‘Storm’ und dem Kreuzfahrtschiff ‘Amadea’ (Nassau), das dann bei einem ‘unwirklichen’, violettfarbenen Sonnenuntergang den Hafen verlässt.

09.06.2017: Nach dem Frühstück geht es auf Erkundungstour um den FlPl Stavanger Sola. Dabei entdecken wir eine AN-12 der Cavok. Ein Parkhaus bietet eine gute Aussicht auf den Betrieb der S-92-Helikopter von Bristow Helicopters & CHC Helicopter Service für die Ölplattformen im Meer draussen. Erste Ankünfte von Airshow-Teilnehmer. Dann verschieben wir uns zwischen Frachtbereich & Flyklubb Sola und beobachten / fotografieren weitere Ankünfte und das eher gewagte Tief-Tiefflugtraining der Frecce Tricolori um den Kontrollturm…!

 10.06.2017: Tag der Sola-Airshow. Am Morgen bewegen wir uns bei nebligem Wetter in der Statik. Nach der Mittagspause dann verschieben wir uns ‘sonnenbedingt’ auf die andere Seite der Piste, an eine Strasse, leicht erhöht oberhalb des lokalen Flugclubs, – obwohl die Sonne sich ab dann nicht mehr wirklich zeigte. Aber Anflug, Auflinieren und Showbetrieb waren von hier gut zu beobachten und zu fotografieren. Am Abend dann ein kleiner Stadtrundgang zum Byparken mit seinem Teich und dem Bahnhof bevor im Hafengebiet diniert wurde. Ein Teil geht ins Bett, während der andere Teil noch kurz das alte Hafenviertel ‘Gamle Stavanger’ besucht.

11.06.2017: Fliegerei wird zweitrangig! Fahrt mit dem Ausflugsschiff in den Lysefjorden zum Preikestollen (Pulpit Rock). Es befinden sich wieder zwei grosse Kreuzfahrtschiffe im Hafen (die Costa Magica (Genua) und die Le Soleal von Ponant). Wetter ist ‘durchzogen’, aber trocken. Es wechselt aber schnell auf dem Weg in den Fjord zu ‘wunderschön’. Der Fjord, eingebettet in die mindestens 600- 700 Meter hohen Felswände, ist beeindruckend. Der Preikestolle kam letzthin in die Presse, weil aufgrund eines immer grösser werdenden Risses ein Abbruch des markanten Felsens befürchtet werden muss. Je näher wir auf der Rückfahrt nach Stavanger kommen, desto schlechter wird das Wetter wieder. Museumswetter! Wir fahren zum ‘Flyhistorisk Museum Sola’ in der Nähe des Flughafens. Anschliessende Aufnahmen im Anflug werden wegen des Wetters abgebrochen und es wird in die Stadt zurückgefahren – Nachtessen und Nachtruhe…

 

12.06.2017: Packen, Auschecken im Hotel, Busabgabe, Einchecken bei KLM. Auch die Airshow-Teilnehmer verlassen den Platz. Mit der Embraer 195 PH-EZC (kennen wir doch!) Rückflug nach Amsterdam. Der etwas längere Aufenthalt wird wieder mit Planespotting überbrückt, bevor es mit einer Embraer 175 PH-EXF der KLM wieder nach Basel geht.

Auch wenn der norwegische Starfighter, die finnische F/A-18 oder der schwedische Gripen durch Abwesenheit glänzten, war es einmal mehr eine schöne, abwechslungsreiche Reise, die dank dem uneigennützigen Einsatz unseres Tour-Managers Jürg Rehmann ermöglicht wurde. Dankeschön Jürg!

© Bildbericht Thomas P. Hofer

Bebilderter Reisebericht vom Reiseleiter Jürg Rehmann über die Reise nach

Reisebericht2018_Yeoliton  (Link anklicken um .pdf zu öffnen)

Die ACB-Reise 2019 führte nach Duxford und Umgebung.

ACB Reisebericht 2019 (Link für den bebilderten © Reisebericht von unserem Reiseleiter Jürg Rehmann).

Berichte Pistenkopf

Auch im vergangen Jahr konnten wir dank der Hilfe der schweizerischen Luftwaffe wieder einige Besuche auf Militärflugplätzen in der Schweiz durchführen.

Den Anfang macht Locarno im Sommer, genauer gesagt am Donnerstag 26. Juli. 10 Personen trafen sich bei schönstem Sonnenschein und heissen Temperaturen am Eingang und konnten kurz darauf die ersten Aufnahmen auf dem Vorfeld schiessen. Das heutige Datum wurde gewählt, da zur Zeit die erste Fliegerschule mit den modernisierten Pilatus PC-7 stattfand. So konnten wir auch einige dieser „neuen“ Flieger fotografieren. Aber auch Pilatus-Porter, PC-9, Super-Puma sowie der Zivil-Verkehr brachten einige schöne Erinnerungsfoto.

Am 13. September traf man sich wieder zum Pistenkopf in Emmen. Leider war uns diesmal das Wetter nicht so gut gesinnt und die Ausbeute an Top-Fotos war dementsprechend gering. Jedoch konnten die Patrouille Suisse beim Start-Up, Take-off sowie bei der Landung fotografiert werde, dazu auch PC-7, PC-9 sowie den Pilatus-Porter der Patrouille Suisse.

Den Termin in Meiringen musste leider kurzfristig abgesagt werden, da nur ein Flugzeug des Typ F/A-18 Hornet im Einsatz war und damit sich der Weg ins Berner Oberland nicht lohnte.

Zum Abschluss der Saison war noch der Termin in Alpnach im Herbst gesetzt.
Am 8. November kamen wiederum 10 Teilnehmer in den Genuss eines Formations-Start von drei CH-53G Helikopter des deutschen Heer, welche zu dieser Zeit einen Hochgebirgslandekurs für Ihre Piloten durchführte. Aber auch die „Drehflügler“ der Schweizer Luftwaffe konnten bei ordentlichen Bedingungen fotografiert werden, leider waren aber nur wenige Flugbewegungen für diesen Nachmittag geplant.

In Dübendorf, Payerne und Sion waren keine Termine geplant, da entweder zu wenig Flugverkehr (Dübendorf), zu geringe Bereitschaft seitens des Flugplatzes (Payerne) sowie den weiten Weg (Sion) die Gründe waren. Vielleicht werden wir im 2008 versuchen, auf diesen Plätzen einen Besuch zu organisieren.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es einige schöne Momente und ein paar tolle Aufnahmen anlässlich der Pistenkopf-Aktion 2007 gab und auch 2008 wird versucht, verschiedene Termine für einen Besuch auf den Militär-Flugplätzen der Schweiz zu finden.

Auch im vergangen Jahr konnten wir dank der Hilfe der schweizerischen Luftwaffe wieder einige Besuche auf Militärflugplätzen in der Schweiz durchführen.

Alpnach

Teilnehmerrekord in Alpnach: 19 Teilnehmer trafen sich am 4. November Nachmittag zur Aktion Pistenkopf auf der Helibasis in Alpnach. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit, doch wir konnten die ersten Starts direkt mitverfolgen und dabei auch die neuen EC-635 „in Aktion“ fotografieren.  Gleichzeitig starteten auch mehrere Super Puma / Cougars und auch Alouette III. Die erhofften CH-53G des deutschen Heer waren leider noch nicht in Alpnach, daher entschlossen wir uns, nach der Startwelle, auf die Landungen ( gegen 16.00 Uhr ) zu verzichten, da sich auch das Wetter verschlechterte. Trotz diesen Umständen war Alpnach sicher ein guter Anlass, konnten wir doch die neuen EC-635 fotografieren, für einige unter den Teilnehmer zum ersten Mal.

Meiringen

Nachdem der erste Termin wegen Regen abgesagt werden musste, trafen sich am 25. November bei eisiger Kälte 9 Teilnehmer in Meiringen zur Aktion Pistenkopf. Wir konnten die ersten Starts von 4 Hornet vom Doppelshelter aus fotografieren, sicher eine Position, die einen speziellen Blick auf die Maschinen erlaubt.

Die Zeit bis zur Landung verbrachten wir im warmen Maintenance – Hangar, wo gerade an einem Tiger und an einem PC-6 Porter gearbeitet wurde. Ebenfalls waren ein PC-7 in der alten Bemalung sowie ein Patrouille – Suisse – Tiger im Hangar und konnten aus allen Winkeln und Richtungen fotografiert werden.

Die erste Landung der 4 Maschinen konnten wir wiederum auf dem Vorfeld aufnehmen. Zum zweiten Start der 4 Maschinen verschoben wir uns Richtung Mitte der Piste, wo beste Takeoff –  Aufnahmen geschossen werden konnten. Die Landung der vier Maschinen erfolgt dann bereits beim Eindunkeln und bei leichtem Schneefall.

Auch im vergangen Jahr konnten wir dank der Hilfe der schweizerischen Luftwaffe wieder einige Besuche auf Militärflugplätzen in der Schweiz durchführen.

Alpnach

Am 19. Mai durfen wir den Flugbeterieb auf dem Helikopter-Stüzpunkt der Schweizer Luftwaffe in Alpnach beiwohnen. Neben “unseren” Helis EC-635, Alouette III sowie Super Puma/Couger waren noch ein Super Puma der Slovenischen Luftwaffe sowie des finnischen Grenzschutzes zu sehen. Ein Besuch in Alpnach bringt öfters nette Überraschungen.

Locarno-Magadino

Auch dieses Jahr konnen wir den Betrieb auf dem Flugplatz im Tessin beiwohnen. EIne kleine Gruppe konnte sich frei auf dem Tarmac bewegen und PC-7, PC-9, Super Puma sowie die EC-635 der Schweizer Luftwaffe fotografieren. Im Anschluss folgte noch ein Besuch auf der “zivilen” Seite des Flugplatzes in der Magadino-Ebene.

Emmen

Dieser Pistenkopf stand im Zeichen des Hornet-Betriebs der Staffel 11 in Emmen. Eine grosse Anzahl Fotografen aus allen Clubs durfen hautnah den Flugbetrieb der Staffel dokumentieren. Es ist doch eher selten, dass F/A-18-Flugbetetrieb einer Staffel in Emmen stattfindet und wir dabei sein können.
Einen grossen Dank an Stampa sowie die Leute vom Flugplatz Emmen.

Meiringen

Dieser Jahr konnten wir zweimal auf dem gelände des Militärflugplatzes Unterbach-Meiringen fotografieren.
Einmal am 6. April während dem Nachmittag sowie der Nacht-Pistenkopf am 8. November 2010. Speziell dieser in der Nacht hat so seine Tücken und alle Teilnehmer kämpften mit der Technik. Aber die Resultate überzeugen und es war wiederum ein gelungener Anlass. Besten Dank an Hr. Zurbuchen vom Flugplatz in Meiringen für seine Unterstützung und Betreuung.

Bilder der verschiedenen Pistenkopf-Aktionen sind in der Bildergalerie zu sehen.

Die im Rahmen der SAAE durchgeführten Pistenköpfe fanden auch im 2012 regen Zuspruch, durften doch wiederum auf aktiven Militärflugplätzen an exklusiven Orten fotografiert werden.

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© Foto Felix Kälin
 

Alpnach: Helis Eurcopter EC.635, Alouette II sowie Super Puma/Cougar
Emmen: F/A-18C/D Staffel 11, sowie Mini-Airshow für Offiziers-Anwärter
Meiringen: F/A-18C/D und F-5E am 06. April nachmittags 

Bilder der verschiedenen Pistenkopf-Aktionen sind in der ‘Bildergalerie’ zu sehen. Unregelmässig erstellte Berichte sind unter ‘Berichte’ zu finden.

Spontaner Bildbericht zu einem grossartigen PiKo in Emmen

Am 17. Juli trafen sich eine erfreulich grosse Schar von rund 25 Flugzeugbegeisterten auf dem Parkplatz vor der Halle 6 des Mil Flpl Emmen. Der stellvertretende Flugplatzkommandant Paul Jäger hiess alle willkommen auf dem ‘schönsten’ Mil Flpl der Schweiz und verteilte erst mal eine Portion Militärbiskuits! Er bemerkte, dass rund 150 Offiziersanwärter auf dem Platze seien, denen die Ausrüstungsmittel mit einer Ausstellung vorgestellt würden. Dass einige F/A-18 Hornet in Emmen stationiert sind wussten wir natürlich schon im Vorfeld.

Der Security-Verantwortliche Geri, mit seinem ‘durchdienenden’ Begleiter, wies kurz auf Sicherheitspunkte hin und ermahnte alle, die Koordinatentafeln in den Hallen wie auch die Rapier-Raketenstellung nicht zu fotografieren.

Nach einem kurzen Marsch auf den vor der Halle 6 liegenden Erdwall installierten wir uns mal.

Es ging allerdings nicht lange bis eine erste Tranche von drei F/A-18C und D aus der Halle rollten und ihre erste Mission aufnahmen.

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Anschliessend begab sich eine F-5F zusammen mit einer F/A-18C im Auftrag der Armasuisse an den Start (gut erkennbar, weil die Piloten orangefarbene Kombis tragen). Entgegen den anderen Maschinen starteten beide ohne Nachbrenner. Es war erstaunlich zu sehen, wie die beiden die Piste ‘ausnutzten’ und relativ flach in den blauen Himmel verschwanden.

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Ein einzelner Tiger mit roten Rumpfuntertank folgte alsbald und ein Cougar startete von der RUAG-Seite aus zu einem Testflug, – immer in unserer Sichtweite.

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Nachdem die Hornets wieder zurückgekehrt waren gab es zur Freude aller einige Ueberraschungen zu sehen:

Eine PC-7 Mk II der Botswana Self Defense machte einen Go Around, ebenso eine PC-12 von Pilatus und eine PC-9 landete (leider immer etwas zu kurz…).

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Dann öffneten sich wieder vier Hallentore und in relativ kurzer Zeit verschoben sich vier F/A-18C und D Richtung Piste, um die nächste Uebung zu absolvieren.

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Wir stellten bald fest, dass sich die Of-Anwärter auf der Platte sitzend formiert hatten und anscheinend auf eine Demo warteten (?). Der Funkverkehr bestätigte dies bald. So flogen eine EC.635 zusammen mit einer Cougar verschiedene Demo-Transporteinsätze, von der Rettungswinde bis zum angehängten Armee-Mercedes. Das Super-Puma-Display-Team zeigte dann ihr Programm und schlussendlich flog eine PC-21 (eine der beiden ‘Neuen’) ein ansprechendes Programm.

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Dann startete eine Drohne und deren Begleiter, eine PC-6 Turbo Porter, und entschwand Richtung Osten.

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Tatsächlich, – die ganze Zeit waren wir auf dem Erdwall positioniert. Es gab nie wirklich einen Grund zu dislozieren, es lief immer etwas, ständig ‘Musik’ am Boden und in der Luft!

Am Schluss allerdings wollten wir die zurückkehrenden Hornet’s der zweiten Tranche auf Augenhöhe ablichten. Deshalb verschoben wir zur Ostseite der Halle 6. Die vom PiKo-Chef Felix vorgegebene ‘schwarze’ Begrenzungslinie erwies sich nach der ersten vorbeirollenden Hornet als etwas (verd…) nahe und einige bekundeten mit ihren 28mm-Linsen etwas Schwierigkeiten! Ein paar Schritte zurück und auch dieses Problem war für die restlichen drei Maschinen gelöst!

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Nachdem sich auch die ‘statischen’ Maschinen (SuperPuma / Cougar, EC.635 und PC-6) aus Emmen verabschiedeten, verliess auch die immer noch muntere Gruppe der Flugbegeisterten das Gelände, – und reiste wohl mit Hunderten von Bildern in den Kameras in ihre Heimat zurück.

Ein toller, interessanter und erlebnisreicher Tag ging zu Ende, ein PiKo der Sonderklasse.

Herzlichen Dank an Felix für die Organisation und allen Teilnehmern für das Respektieren der Auflagen und musterhafte Verhalten.
Thommy Hofer

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